Alle Beiträge von J. Göller

Zwei-Tages-Wanderung der Caritas Wohnheime und des Begleiteten Wohnens vom 19. bis zum 20.09.2018

Nach Abfahrt vom Wohnheim in der St. Vinzenzstraße ging es zunächst mit Wohnheimbussen frühmorgens nach Hilders, unserem Start dieser schönen Wandertour.

Der Main-Werra Wanderweg führte am ersten Tag den Winterberg rauf zur Ziegelhof-Kapelle wo ausgiebig gevespert wurde, natürlich nicht ohne vorher dem lieben Gott einen Besuch in der herrlichen Kapelle abzustatten.

Der Weg führte weiter über Rupsroth, Danzwiesen und Bubenbader Stein bis zu einer Einkehr auf der Enzyanhütte. Gutgelaunt ging es nun bis in die frühen Abendstunden zum Ziel des ersten Tages, dem Fuldaer Haus. Nach allgemeinem “Frisch-machen” auf den einfachen Wanderer-Zimmern, wurde sich bei deftiger Rhöner Kost gestärkt und die müden Knochen ausgeruht. Ein Geburtstagskind ließ die Truppe noch hochleben und als besondere Überraschung wurden Urkunden für die 10. Teilnahme an der Zwei-Tages-Wanderung an vier Wandersleut` überreicht.

Der zweite Tag verlief weitestgehend bergab, über den Teufelsstein und das malerische Schöpfersbacher Tal nach Poppenhausen.

Außerhalb Poppenhausens kehrten wir am späten Mittag zu Kaffee & Kuchen beim Biohof Gensler ein und konnten dieses Kaffeestündchen im Freien genießen.

Derart gestärkt ging es an die letzten Kilometer über den Grasberg, Poppenhausen, Rodholz zum Ziel dieser schönen Tour, dem Heckenhöfchen, wo auch der gemütliche Abschluss dieser immerhin gut 29 Kilometer langen Wanderung stattfand. Die freundliche Wirtin überraschte die Wandertruppe noch mit einem Gratis Eis zum Nachtisch, so daß alle gut gelaunt diesen herrlichen Wanderausflug beendeten.

Das Fazit aller Teilnehmer:  Stolz auf das Geleistete und nächstes Jahr unbedingt wieder!!!

Kooperationspartner BDH Bundesverband Rehabilitation und Caritas stellten bei BDH- Bundesdelegiertentagung im Esperanto geplantes Pilotprojekt vor

Fulda (cif). Vieles drehte sich bei der Bundesdelegiertentagung des BDH Bundesverbandes Rehabilitation im Fuldaer Kongresszentrum Esperanto um eine neuartige Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen: Der Caritasverband für die Diözese Fulda als Kooperationspartner des BDH Bundesverbandes wird  diese Tagesförderstätte ab November am Neuenberg in der St.-Vinzenz-Straße im einem Gebäudekomplex zusammen mit einer stationären Pflegeeinrichtung für Menschen mit Behinderungen errichten. Vonseiten der Caritas stellten Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch sowie der Gesamtleiter Berufswege und Werkstätten der Caritas-Behindertenhilfe, Bernd Wystrach, die Idee für eine solche Tagesstätte vor.

Caritasdirektor Juch und Gesamtleiter Caritas-Berufswege Bernd Wystrach bei der Vorstellung der geplanten Tagesförderstätte vor dem Plenum der BDH-Delegierten

Man habe immer wieder erleben müssen, dass eine Tagesförderung speziell für den Personenkreis der Menschen mit erworbenen Hirnschäden bisher einfach nicht existent sei – der BDH habe den Betroffenen diesbezüglich nicht weiterhelfen können und war durch Hinweise auf diesen Bedarf – vor allem in Person des Fuldaer Kreisvorsitzenden Hermann Auth – wichtiger Impulsgeber für die Caritas-Behindertenhilfe. Bisher, so Dr. Juch in seinem Vortrag, seien die Betroffenen und ihre Angehörigen weitgehend allein gelassen, wenn sie im medizinischen Sinne rehabilitiert seien. Trotz ihrer Behinderungen passten sie – was die weitere Hilfe anginge – weder in die Schemata der Menschen mit Behinderung noch der psychisch kranken Menschen. Die Caritas-Behindertenhilfe habe diese Lücke erkannt und ihre Werkstätten als Rehabilitationseinrichtungen für Menschen mit erworbenen Hirnschäden anerkennen lassen. Dabei ginge es aber um mehr als die Teilhabe an Arbeit und Wiedereingliederung ins Arbeitsleben, sondern die Betroffenen müssten darüber hinaus ganzheitlich Begleitung und Rehabilitation von Körper und Seele erfahren, worauf die Tagesförderstätte mit ihren 20 Plätzen ausgerichtet sein werde.

 

Die Tagesförderstätte, so Caritasdirektor Juch sodann in seinen Ausführungen, werde eine wichtige Lücke im Angebot der Caritas-Behindertenhilfe schließen und für den neuen Personenkreis Förderung und Teilhabe ermöglichen. Darüber hinaus biete die geplante Einrichtung den betroffenen Familien durch eine verlässliche Betreuungszeiten spürbare Entlastung. Die Tagesförderstätte werde nach Plan im Jahr 2020 eingeweiht, und er hoffe, so Juch, dass viele der anwesenden Delegierten dann wieder in Fulda sein werden, um dies gemeinsam zu feiern.

Besuch aus Gelnhausen

Werkstattleiterin und Werkstattratsvorsitzender von der Caritas-Werkstatt St. Vinzenz-Straße empfingen kompletten Werkstattrat des Behinderten-Werks Main-Kinzig

 Fulda (cif). Das Wetter spielte hervorragend mit für das Abschluss-Foto beim Besuch des kompletten Werkstattrats vom Behinderten-Werk Main-Kinzig: Das Gremium der Werkstatt in Gelnhausen hatte einen Ausflug genutzt, um die Caritas-Einrichtung am Neuenberg in Fulda zu besuchen und sich dort ein Bild zu machen: Wie läuft es denn bei den anderen so im Bereich der Werkstätten für Menschen mit Behinderung?

Freundliche und äußerst wohlgesonnene Gastgeber der 14-köpfigen Besuchergruppe in Fulda waren Werkstattleiterin Melanie Odenwald und der Vorsitzende des Gesamtwerkstattrats, Mathias Boecken, der als beratendes Mitglied auch in der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Hessens tätig ist. Deren Vorsitzender wiederum, Walter Emmerich, mit dem Boecken seit langen gut zusammenarbeitet, gehörte als Werkstattratsmitglied aus Gelnhausen zu den Gästen und hatte den Besuch in der Caritas-Einrichtung auch angeregt.

Auf dem Gruppenbild neben dem Werkstattrat aus Gelnhausen dessen Mitglied Walter Emmerich (rechter Rollstuhlfahrer) sowie die Fuldaer Gastgeber Melanie Odenwald (3. v. li.) sowie Mathias Boecken (linker Rollstuhlfahrer)

Das Besuchsprogramm in Fulda bestand vor allem aus einer Gesprächsrunde und einer besonderen „Insider-Werkstattführung“, aufgeteilt in zwei Gruppen. Dabei ging es weniger um die Vorführung der Arbeitsfelder und Aufgaben, die in der Werkstatt bearbeitet werden, sondern die Gäste wollten mehr über den Werkstattalltag, über die Abläufe und das Miteinander der Mitarbeiter erfahren. Die Besucher zeigten sich während des Rundgangs  positiv davon beeindruckt, dass man sich in der Werkstatt am Neuenberg augenscheinlich quer durch die gesamte Belegschaft persönlich kenne und ein sehr familiäres Arbeitsklima pflege.

 

Vor ihrer Abreise sprachen die Werkstatträte aus Gelnhausen eine Gegeneinladung aus, und der Fuldaer Werkstattrat, so Mathias Boecken, werde im Jahr 2019 auch gerne davon Gebrauch machen, sich einmal in der Werkstatt des Behinderten-Werks Main-Kinzig umzuschauen. Die Planung laufe, der Termin für den Tagesausflug stehe aber noch nicht fest.

Fußball und Inklusion – das perfekte Match

SV Steinbach beschert Caritas-Wohngruppe einen unvergesslichen Tag

Fußball und Inklusion – das perfekte Match. Dieses Zeichen setzte der SV Steinbach. Genauer gesagt ergriff die 2. Mannschaft des SVS die Initiative und lud im Zusammenspiel mit der preisboerse24-Aktion „400 Trainingsbälle für ein soziales Projekt“ die Jakobus-Wohngruppe der Caritas Hünfeld zu einem Kreisoberligaspiel ein. Fußball-Fans mit und ohne Handicap verbrachten einen unvergesslichen Tag mit Torwandschießen, gemeinsamem Mittagessen und viel Spaß im Steinbacher Mühlengrund.

Nahezu jeden Sonntag unternehmen die zwölf Bewohner der Wohngruppe Jakobus Hünfeld zusammen mit ihren Betreuern einen Ausflug im Hünfelder Land und darüber hinaus. Vor kurzem folgten sie der Einladung der 2. Mannschaft des SV Steinbach. Initiator der Einladung war SVS-Spieler David Giebel. „Mit dieser Aktion wollten wir die Gelegenheit nutzen, um uns als Mannschaft sozial zu engagieren“, so Giebel, der zusammen mit seinem Team und dem Betreuerstab den Nachmittag organisierte, „wir wollten den Bewohnern die Gelegenheit geben den heimischen Fußball aus der Nähe zu betrachten.“

Und dies gelang dem Verein. Neben dem typischen „Sportplatz-Essen“ Currywurst mit Pommes wurden Fußballlieder gesungen und Erinnerungsfotos gemacht. Das Highlight war sicherlich das Torwandschießen in der Halbzeitpause, wo sich alle Bewohner, ob wie üblich mit dem Fuß oder mit der Hand, passabel schlugen. Hier gingen alle als Gewinner hervor und bekamen in Form von Fanutensilien, wie Schals, Tassen und Mützen Präsente überreicht.

Bereits vor der Ankunft wurde eine Spendenbox aufgestellt. Der Erlös kam der Caritas-Gruppe aus Hünfeld zu Gute. Letzte Woche wurde die Spende in Höhe von 310 Euro zusammen mit zwei Erinnerungsfotos bei einem Besuch in Hünfeld übergeben. Die begeisterten Fußballfans der Caritas wollen sich damit einen Tischkicker anschaffen, um die fußballfreie Zeit im Jahr besser überbrücken zu können.

Den nächsten Sonntagsausflügen steht nichts mehr im Wege, denn live ist Fußball doch am schönsten. „Und in Steinbach sind sie jederzeit willkommen“, sprach sich Giebel im Namen der Mannschaft und des SV Steinbach aus.

die Mannschaft beim Gegenbesuch
Getroffen!

 

Fotos: Bernd Vogt

„Das hat uns allen sehr viel Spaß gemacht“

Inklusives Projekt der Kreisberufsschule Eduard-Stieler-Schule Fulda und dem Berufsbildungsbereich der Caritas Werkstatt St.-Vinzenz-Str. Fulda 10.04.- 08.05.2018

Gemeinsam stellten sich einige Schüler der Eduard-Stieler-Schule, die dort ihre Berufsschulausbildung zu Gärtner/innen und  Gartenlandschaftsbauer/innen absolvieren, mit den Berufsbildungsteilnehmern der Caritas Werkstatt der Herausforderung, gemeinsam ein Insektenhotel zu bauen.

Die jungen Menschen lernten sich in der Eduard-Stieler-Schule kennen und sofort war eine gewisse Sympathie vorhanden. Bevor das Projekt starten konnte, mussten aber noch einige Fragen  geklärt werden. Wofür ist so ein Insektenhotel gut und wie soll es aussehen? Und was wird zum Bau  eines Insektenhotels überhaupt benötigt? Zu diesen Fragen hatten sich die Berufsschüler schon einmal Gedanken gemacht und erklärten es den Bildungsteilnehmern der Caritas genau.

Nachdem alle Fragen beantwortet wurden, konnte der gemeinsame Bau starten: Holz wurde gesäumt, abgerichtet, gehobelt und passend für die Hotels zugeschnitten, Holzverbindungen wurden hergestellt sowie Gehrungen oder Verschraubung, alles wurde gemeinsam erarbeitet. Auch die benötigten Materialen für die Innengestaltung wurden gemeinsam gesammelt und bearbeitet. Danach konnten die Insektenhotels zusammengebaut und bestückt werden.

Zu guter Letzt wurden die Arbeiten besprochen und reflektiert. Fragen konnten beantwortet werden und weitere gemeinsame Projekte sind bereits in Planung.

Für die Auszubildenden der Eduard-Stieler-Schule war das Projekt nicht nur Teil des Lernfeldes „Umgang und Handhabung von Werkstoffen, Maschinen und Geräten“, sondern auch eine Möglichkeit, sich sozial zu engagieren. Die Bildungsteilnehmer der Caritas erweiterten durch das Projekt wie die Auszubildenden ihr berufliches Potential. Sowohl in der Caritas Werkstatt Fulda als auch an der Eduard-Stieler-Schule wurde das Projekt vorgestellt und bekam viel positives Feedback.

Sitzung des Behindertenbeirates zu den Themen „Inklusion, Schule, Wohnen“

Raul Krauthausen am Mittwoch den 8. August 2018 um 18:00 Uhr im Marmorsaal des Stadtschloss in Fulda.

Auf Einladung des Vorsitzenden des Behindertenbeirates der Stadt Fulda, Hanns-Uwe Theele, wird der Autor, Moderator, Medienmacher, Aktivist für Inklusion und Barrierefreieheit Gast des Behindertenbeirates Fulda sein. U.A. soll mit ihm über Wohnen, Schule und Inklusion diskutiert werden.
Als Inklusions-Aktivist und Gründer der SOZIALHELDEN, studierter Kommunikationswirt und Design Thinker arbeitet Raul Krauthausen seit über 15 Jahren in der Internet- und Medienwelt.
Seit 2011 ist er Ashoka Fellow und engagiert sich bei den SOZIALHELDEN. 2013 wurde Raul Krauthausen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet und im Januar 2014 veröffentlichte er seine Biographie „Dachdecker wollte ich eh nicht werden – Das Leben aus der Rollstuhlperspektive“.
Seit 2015 moderiert er mit „KRAUTHAUSEN – face to face“ seine eigene Talksendung zu den Themen Kultur und Inklusion auf Sport1. 2017 war er Mitglied der 16. Bundesversammlung und erhielt 2018 den Grimme Online-Award.
Sein soziales Engagement und seine mediale Präsenz macht ihn zu einem beliebten Ansprechpartner für Journalisten, wenn es um die Belange von Menschen mit Behinderungen, Barrierefreiheit oder Inklusion geht. Als kompetenter Partner in diesen Belangen werden sich daher die Mitglieder des Behindertenbeirates der Stadt Fulda mit Herrn Krauthausen austauschen.
Der Vorsitzende des Behindertenbeirates lädt daher alle Interessierten ein, an dieser Sitzung teilzunehmen.

Sitzung des Behindertenbeirates (8.8.2018) – Direkt-Link

Begleitetes Wohnen ermöglicht vielen ein neues Lebensgefühl

Aktion Mensch fördert Kennenlernen und Nutzung des Caritas-Angebots „Ambulant betreutes Wohnen“ im nördlichen Landkreisteil zwischen Bad Salzschlirf und Rasdorf

Hünfeld (cif). „Für viele Menschen in Nüsttal, Hofbieber oder Burghaun“, sagt Harald Schäfer, Leiter des Dienstes „Begleitetes Wohnen“ der Caritas-Behindertenhilfe, „ist die Kreisstadt Fulda ganz weit entfernt – viel zu weit weg, um etwa einen Dienst der Caritas anzufragen. Die Caritas will mit ihren Angeboten aber immer nah am Menschen sein. Ein konkreter Schritt auf die Menschen zu, die im nördlichen Teil des Landkreises Fulda leben, war daher unsere Büro-Eröffnung fürs Begleitete Wohnen im neuen St. Ulrich-Quartier in Hünfeld im vergangenen Jahr!“

Harald Schäfer ist Leiter des Caritas-Dienstes „Begleitetes Wohnen“.

„Begleitetes Wohnen“ ist ein ambulanter Dienst der Caritas-Behindertenhilfe, bei dem pädagogische Kräfte den betreuten Personen zur Seite stehen, möglichst weitgehend selbstständig in einer eigenen Wohnung zu leben. Die Mitarbeiter des Begleiteten Wohnens besuchen dabei ihre Klienten, besprechen eventuelle aktuelle Problemlagen und schauen regelmäßig, ob sozusagen alles läuft. Umgekehrt kann der Betreute im Begleiteten Wohnen natürlich jederzeit Hilfe anfordern, wenn sich im Alltag Situationen ergeben, die ihn womöglich überfordern. „Begleitetes Wohnen ist ideal für Personen, die zwar Einschränkungen durch geistige oder körperliche Behinderungen haben, aber nicht permanent auf Hilfe angewiesen sind und auch gerne individuell ihren Alltag leben wollen“, beschreibt es Harald Schäfer.

In Rahmen von regelmäßigen Treffen besprechen die Klienten und die Caritas-Betreuer vom Begleiteten Wohnen, was womöglich zu regeln ist, und ob alles gut läuft.

Doch viele Menschen wissen womöglich gar nicht, dass es ein solches Angebot der Caritas gibt. Interessant ist der Dienst zum Beispiel für Menschen, die durch einen Unfall oder Erkrankungen körperliche Einschränkungen erworben haben und nun Unterstützung benötigen, um weiter oder wieder selbstständig wohnen zu können. In Frage kommt Begleitetes Wohnen auch für Menschen mit geistiger Behinderung, die bisher bei ihren Eltern gelebt haben, als Erwachsene aber nun doch gerne eine eigene Wohnung haben wollen. „In einem Gespräch bei uns im Büro oder auch vor Ort beim Interessenten besprechen wir die Situation und die Möglichkeiten, wie das Begleitete Wohnen im jeweiligen Fall aussehen könnte. Natürlich gehört ein wenig Mut dazu, etwa wenn man vorher bei den Eltern gut versorgt war und sich nicht um alles selber kümmern musste. Aber keine Sorge: Möglich ist vieles – auch Körperpflege und Haushaltshilfe können mit organisiert werden. Nur die eigene Wohnung muss vorhanden sein – „Begleitetes Wohnen“ kann also nicht geübt werden, sondern es ist für den Betreuten genauso wie für die Begleiter von der Behindertenhilfe ein bisschen ein Sprung ins kalte Wasser – man muss einfach zusammen anfangen“, formuliert Harald Schäfer es anschaulich.

Die Aktion Mensch unterstützt die Caritas Fulda in einem Projekt jetzt dabei, im nördlichen Landkreis den Dienst „Begleitetes Wohnen“ möglichen Interessenten vorzustellen und bei diesen dafür zu werben, das Angebot in Anspruch zu nehmen. Immerhin könnte dabei „Unter dem Strich“ individuelles Wohnen und mehr Unabhängigkeit heraus kommen… Neugier geweckt? Interessenten können Kontakt aufnehmen und ein unverbindliches Erstgespräch vereinbaren. Die Beratungsstelle im St.-Ulrich-Weg 4 in Hünfeld ist unter der Telefonnummer 06652 / 7484212 erreichbar.

 

Nachmachen erwünscht: Erfolgreiches Konzept der Selbsthilfe

Menschen mit Handicap und ihre Angehörigen in der Westukraine sollen im Rahmen der Caritas-Partnerschaft zwischen Fulda und Iwano-Frankiwsk weiter gestärkt werden

                                         

Fulda, Iwano-Frankiwsk, Krakau (cif). Arbeitstreffen mit Vertretern der Caritas Fulda und der Caritas Iwano-Frankiwsk aus der Ukraine auf halber Strecke im polnischen Krakau: Die Aktion Mensch hat auf Antrag der Caritas-Behindertenhilfe in Fulda ein neues Projekt bewilligt, mit der die im Bistum Iwano-Frankiwsk bereits erfolgreich erprobte Idee der Schaffung von Selbsthilfestrukturen nun auch in weiteren Regionen der Westukraine Fuß fassen soll. Vermittler soll ein Team der Caritas Iwano-Frankiwsk sein, denn seit vier Jahren hat man dort an verschiedenen Orten erfolgreich neun Selbsthilfegruppen gegründet, die für „ihre“ Menschen mit Behinderung gemeinsame Treffen zum Erfahrungsaustausch organisieren, Arbeits- und Freizeitmöglichkeiten für die Betroffenen schaffen, ihnen mehr Entfaltung und Selbstständigkeit ermöglichen sowie auch durch Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit einen Beitrag zur Bewusstseinsentwicklung in der ukrainischen Gesellschaft tun: Menschen mit Handicap sind unter uns, und sie sind eigenständiger Teil dieser Gesellschaft mit gleichem Recht auf ein Leben nach eigenen Vorstellungen!

Mit Unterschrift und Siegel: Iwano-Frankiwsks Caritasdirektor Tschornij zeichnete den Vertrag in Krakau ab. In Fulda wurden die Dokumente anschließend von Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch und Vorstandsmitglied Ansgar Erb gegengezeichnet und ein Exemplar zurückgesandt.

Der Aufbau der Selbsthilfegruppen im Bistum Iwano-Frankiwsk begann mit einem Experiment, als im Rahmen einer Delegationsfahrt der Caritas Fulda auch Eltern von Menschen mit Behinderung in der Ukraine dabei waren und ihre in Fulda praktizierte Selbsthilfearbeit vorstellten. Schon war die erste „Elterngruppe“ gegründet, und ähnliche Modelle folgen an anderen Orten. Für mehr Mobilität der Betroffenen, die oft kilometerweit zu den Treffen anreisen müssen, sorgten drei überführte rote Caritas-Busse aus der Fuldaer Flotte – mittlerweile auch dort im Straßenbild wohlbekannt. Die Aktion Mensch unterstützte diese Aufbauarbeit seit 2014 und ist nun auch Partner im neuen Projekt, mit dem die Idee der Selbsthilfe in die südlichen Nachbarbistümer Kolomyja und Czernowitz übertragen werden soll.

Nach erfolgreicher Gesprächsrunde: Abschlussfoto mit v. li. Igor Gryvnak (Dolmetscher), Bernd Wystrach (Fulda), Wolodymyr Tschornij, Nataliya Kozakevych (beide Iwano-Frankiwsk) und Christian Scharf (Fulda).

Nach einer gut vierstündigen Besprechung in Krakau, an der seitens der Caritas Iwano-Frankiwsk Caritasdirektor Wolodymyr Tschornij und Geschäftsführerin Nataliya Kozakevych und seitens der Caritas Fulda die Projekt-Koordinatoren Bernd Wystrach (Leiter Berufswege und Werkstätten der Caritas-Behindertenhilfe) und Dr. Christian Scharf (Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) beteiligt waren, war das gut vorbereitete Vertragswerk endgültig unterschriftsreif. Das neue Projekt soll auch unmittelbar starten, und die Partner blicken zuversichtlich in die Zukunft: Im kommenden Frühjahr wollen die Fuldaer Caritas-Vertreter bei ihrer jährlichen Delegationsfahrt zum Schwesterverband auch die ersten neuen Selbsthilfegruppen rund um Kolomyja und Czernowitz besuchen…

Die Caritas Iwano-Frankiwsk finanziert ihre Hilfstätigkeit ausschließlich über Spenden und (Partner-)Projekte. Wichtige Aufgabenfelder sind neben der Behindertenhilfe derzeit auch die Arbeit mit sozial schwachen Familien und so genannten Wirtschaftswaisen (Kinder, deren Eltern für Arbeit ins Ausland gegangen sind) sowie die Arbeit mit Binnenflüchtlingen aus der Ostukraine). Die Caritas Fulda sammelt zur Unterstützung aller Tätigkeiten auch Spenden für ihren Schwesterverband, die sie ungekürzt weiterleitet. Online-Spenden (Spendenziel Ukraine) ist möglich unter www.caritas-fulda.de: Einfach die Kachel „Engagement und Spenden“ anklicken und unter den Spendenzielen Ukraine auswählen.