Kommunikation ist mehr als Sprache – wort.los soll Wege aufzeigen

Die Caritas Fulda startet in konzertierter Aktion von Behindertenhilfe, Sozialdienst für Gehörlose und der katholischen Gehörlosenseelsorge im Bistum Fulda eine Aktion pro Gebärdensprache

Fulda (cif). Wie zeigt man in Gebärdensprache zum Beispiel „Himmel“? Diese und weitere Fragen beantworten zukünftig Plakate und Medien des neuen Aktionsprogramms „Wort.los“ der Caritas im Bistum Fulda, mit denen dazu beigetragen werden soll, Gebärdensprache als ein wesentliches Instrument nonverbaler Kommunikation bekannter zu machen und sich in Schule und Kita sowie im öffentlichen Raum mehr damit zu beschäftigen. Das Projekt auf den Weg brachten u.a. der stellv. Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Regionen Fulda und Geisa, Werner Althaus, sowie Melanie Odenwald vom Sozialdienst der Fuldaer Caritas-Werkstätten. Ein Plakat mit dem Vater unser in Gebärden macht den Auftakt – unser Foto entstand bei dessen Präsentation durch Vertreter der Caritas-Verbandsspitze und die beteiligten Dienste. Bei einem Einkehrtag gehörloser Menschen im November in Fulda soll wort.los dann erstmalig breitere Öffentlichkeit finden.

Denn viele Menschen in Deutschland sind im Alltag auf Gebärdensprache angewiesen. Wer aber nicht verstanden wird, wenn er in seiner Sprache spricht, fühlt sich isoliert und womöglich sogar zurückgewiesen: Menschen, die lautsprachlich eingeschränkt sind, trauen sich daher oft einfach nicht so häufig in Geschäfte, in Behörden oder Institutionen und sind daher mehr auf Hilfe angewiesen, als eigentlich nötig. Denn die Sprache (Laut- und Gebärdensprache) ist der entscheidende Schlüssel für zwischenmenschliche Beziehungen und Kommunikation. Im Alltag gestaltet sich das für gehörlose Menschen dementsprechend schwierig, da Gebärdensprache von vielen Gesprächspartnern einfach nicht verstanden wird.

zu-77-cs_caritas_startet_wort-los_img_2645
Präsentation des es ersten wort.los-Plakates „Vater unser in Gebärdensprache“ – v. li.: Caritas-Vorstandsmitglied Ansgar Erb, Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, Caritas-Aufsichtsratsvorsitzender Msgr. Elmar Gurk, Werner Althaus vom Caritas-Sozialdienst für Gehörlose, Jürgen Göller von der Carisma media, Ressortleiter Behindertenhilfe und Psychiatrie Dominique Vilmin sowie der Fuldaer Caritas-Geschäftsführer Christian Reuter.

Mit der Plakatserie Wort.los, will die Caritas Fulda auf diese Situationen reagieren und aufzeigen, wie einfach jeder erste wichtige Worte zu gebärden lernen und verstehen kann. Mit den Plakaten, so hofft man beim katholischen Wohlfahrtsverband, kann künftig in Kindergärten, Schulen, Firmgruppen, Behörden und Betrieben quasi spielerisch eine neue, ganz besondere Sprache gelernt werden. Einfache Gebärden zu beherrschen zeigt den Menschen, die auf diese Sprache angewiesen sind, dass sie willkommen sind – ermöglicht also Inklusion und Teilhabe.

Die Plakate können ab sofort per E-Mail unter carisma.media@caritas-fulda.de in verschiedenen Größen bestellt werden. Sie sind themenspezifisch so bebildert, dass man ohne fachliche Anleitung die gezeigten Begriffe erlernen kann. Sollte dennoch einmal etwas unklar sein, hilft ein Anruf beim Sozialdienst für Gehörlose im Caritasverband Fulda: Werner Althaus gibt gerne Auskunft (Tel. 0661 / 2428-331).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.