Sich trauen und an Eigenständigkeit dazu gewinnen

Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen: Das neue Caritas-Angebot will Menschen helfen, die durch Unfall oder Schlaganfall gehandicapt sind

 Fulda (cif). Im neuen Caritas-Gebäudekomplex an der St.-Vinzenz-Straße im Fuldaer Stadtteil Neuenberg ist neben dem Wohnpflegeheim St. Lucia auch eine ambulante Einrichtung der Caritas-Behindertenhilfe eingezogen. Die „Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen“, wie sie offiziell heißt, belegt im Erdgeschoss einen lichten und hellen Flügel des neuen Hauses, vis-à-vis zur benachbarten Caritas-Werkstatt und mit Blick auf deren Fenster von Kantine, Sporthalle und Therapiebad.

„Mit der Tagesförderstätte haben wir eine ganz neue Zielgruppe in den Blick genommen“, sagt Markus Reiter, Ressortleiter der Caritas-Behindertenhilfe und Psychiatrie. „Menschen, die zum Beispiel durch Unfall oder Schlaganfall Hirnschädigungen und damit einhergehend Einschränkungen erfahren haben, erleben aus verschiedenen Gründen oft einen Stillstand in ihrer Rehabilitation. Die ärztliche Betreuung ist womöglich abgeschlossen, doch viele Defizite sind einfach noch vorhanden. Die Betroffenen sind auf Hilfe von Angehörigen angewiesen, benötigen viel Unterstützung und können nicht in den alten Beruf zurückkehren. Sie ziehen sich mehr und mehr zurück. Bei diesen Menschen setzt unsere neue Hilfe an!“

Werktäglich von Montag bis Freitag oder auf Wunsch auch nur an einzelnen Tagen können die Betroffenen dieses Angebot annehmen. Ein Team von speziell ausgebildeten Therapeuten, Pädagogik- und Pflegekräften sorgt für eine bedarfsgerechte und individuelle Begleitung. „Bei uns geht es um die Fortsetzung der Rehabilitation“, erläutert Michael Glüber, Bereichsleiter „Tagesförderung“ bei der Behindertenhilfe. „Die Betroffenen sollen durch geeignete Angebote mehr Selbstvertrauen fassen, Eigenständigkeit erlangen, um wieder möglichst viel Alltagkompetenz zu erreichen.“ Wer wolle, so Glüber weiter, könne auch in Bezug auf die Rückkehr in eine berufliche Tätigkeit schauen, ob die frühere oder eine neue Beschäftigung wieder in Frage komme oder ob über den Berufsbildungsbereich in der benachbarten Werkstatt womöglich eine geeignete oder zufriedenstellende Arbeit zu finden sei. Wichtig, da sind sich Ressortleiter Reiter und Bereichsleiter Glüber einig, „…ist es vor allem als erster Schritt der Betroffenen, Kontakt zu uns aufzunehmen und unser Angebot überhaupt kennenzulernen! Denn gerade bei diesem Betroffenenkreis ist es ja so, dass sich das Leben ganz abrupt von gestern auf heute verändert hat und dementsprechend große Verluste zu bewältigen sind!“ „Es gehört viel Mut und Kraft dazu, wieder neu durchzustarten“, betont Markus Reiter. „Dies wollen und können wir unterstützend begleiten!“

Was erwartet aber Personen, die mit der Tagesförderstätte in Kontakt getreten sind? „Wir bieten zum Anfang erst einmal Gespräche zum Kennenlernen an. Dabei schauen wir gemeinsam, was geht, was hilfreich ist, und erstellen mit den Betroffenen zusammen einen individuellen Plan, nach dem wir vorgehen wollen“, erläutert Michael Glüber. „Ziel für den Betroffenen ist es, wieder mehr Eigenständigkeit zu erlangen und das Leben verstärkt in die eigenen Hände nehmen zu können. Wer auf diesem Wege weitere fachliche Beratung wünscht, kann diese beim BDH Bundesverband Rehabilitation erhalten, mit dem die Caritas bezüglich des neuen Angebotes kooperiert. Der Fuldaer BDH-Kreisverband steht für die Klärung von fachlichen und rechtlichen Fragen und auch für die so genannte Teilhabeberatung zur Verfügung“.

Infos und Kontakt: Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie, Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen (MeH), Ansprechpartner Michael Glüber, Tel. 0661 / 902330, E-Mail michael.glueber@caritas-fulda.de.

Schönes Umfeld: Die Gartenanlage in Fulda-Neuenberg rund um die Caritas-Werkstatt (links) und die neue Caritas-Doppeleinrichtung mit Pflegeheim St. Lucia (mittig oben und Gebäudeflügel nach rechts) sowie der vorgestellten Tagesförderstätte für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen (unten Mitte) zeigt sich mittlerweile im üppigen Grün und lädt daherkommt und zum Flanieren und Verweilen ein. 

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